Der Gelbe Fluss
auch: Huang He – ist das dominierende Fließgewässer in der Nordchinesischen Tiefebene. Der gewaltige Flusslauf zieht sich über eine Distanz von 6464 km von der Quelle im Bayan Har Massiv (Provinz Quinghai) bis zur Mündung in den Golf von Bohai (Gelbes Meer). Seinen Namen erhielt das markante Gewässer nach der gelblichen Farbe, die durch eine ständige Anreicherung mit Sedimenten, Erde und Schlamm entsteht. Der Gelbe Fluss überwindet auf seinem Weg nach Norden mehrere größere Gefälle und durchfließt zahlreiche tiefe Schluchten. Die – daraus entstehende – Wasserkraft wird zur umweltfreundlichen Energiegewinnung genutzt. Zu den größten der zahlreichen Stauanlagen gehören die Talsperren von Sanmexia und Laxiwa. Entlang des Gelben Flusses werden seit Jahrhunderten intensive Landwirtschaft und Fischerei betrieben. In den dicht besiedelten Uferstreifen entstanden wichtige Industriemetropolen, wie Lanzhou, Wuhai oder Kaifeng.
Durch eine stetig wachsende Bevölkerungszahl stieg die Wasserentnahme (Trinkwasser und Bewässerung) dort deutlich an, so dass immer weniger Wasser im Mündungsbereich ankommt. Dadurch können sich Sedimente schneller am Boden absetzen. Eine Folge davon ist die zunehmende Hebung des Flussbettes. Für die kommerzielle Binnenschifffahrt hat der Gelbe Fluss eine große Bedeutung. Durch die Bildung von Untiefen, bei Dürreperioden oder Überschwemmungen ist der Einsatz größerer Schiffe jedoch nur bedingt möglich. Mit dem „Kaiserkanal“ wurde eine schiffbare Verbindung zum Jangtse geschaffen. Touristisch interessant sind vor allem die markanten Schluchten, Wildwasserbereiche und zugehörigen Seen am Oberlauf des Gelben Flusses.