Der Fluss Jangtse
Der Jangtse ist einer der längsten Ströme der Erde. Sein großes Quellgebiet liegt in Osttibet, im 5400 m hohen Tanggula- Massiv. Nachdem der Fluss aus der Gebirgsregion ausgetreten ist, zieht er sich über eine Länge von mehr als 6300 km durch China bis zum ostchinesischen Meer. Dabei teilt er das Land in zwei Hälften. Durch diese strategisch wichtige Lage war der Fluss durch viele Dynastien hindurch heiß umkämpft. Auf seinem Weg durch das gewaltige “Reich der Mitte” haben einige Abschnitte des Jangtse im Lauf der Jahrtausende verschiedene Namen – u.a. Goldsandfluss, Chuan Jiang oder Tongtian – erhalten. An seinem Ufer und den zahlreichen Neben- und Zuflüssen leben heute mehr als 350 Millionen Menschen. Es entstanden viele Städte. Zu den wichtigsten Metropolen gehören Chongqing, Wuhan, Nanjing und Shanghai. Von Yibin bis zur Mündung wird der Jangtse auf einer Strecke von ca. 2700 km schiffbar. Bis zum gigantischen Binnenhafen von Wuhan können sogar hochseetaugliche Schiffe verkehren.
Die intensive Industrialisierung und überdurchschnittlich hohe Sedimenteinlagerungen haben zu einer starken Verschmutzung des Jangtse geführt. Viele der mehr als 1000 Tierarten am und im Fluss gelten als gefährdet oder ausgerottet. Um die Uferbereiche vor Überschwemmungen zu schützen, wurden im oberen Bereich des Flusses mehrere große Staudämme errichtet. Eine der weltweit größten Anlagen ist der „Drei Schluchten Staudamm“ bei Chongqing. Für Touristen aus aller Welt ist eine Reise auf dem Jangtse ein einmaliges Erlebnis und eine ganz besonders faszinierende Art, Land und Leute kennenzulernen.