Verbotene Stadt

Die „verbotene Stadt“ – ein gewaltiger Palastkomplex – steht im Zentrum der chinesischen Hauptstadt Peking (Beijing). Er wurde zwischen 1406 und 1420 errichtet und diente fast 500 Jahre lang den chinesischen Kaisern als Wohn- und Regierungssitz. Dem gemeinen Volk war das Betreten unter Todesstrafe verboten. Erst seit 1924 ist der Kaiserpalast für die Öffentlichkeit zugänglich und gehört heute zu den bekanntesten und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten Chinas. Der 720.000 m² große Komplex der „verbotenen Stadt“ ist auf einer präzisen Nord-Süd-Achse erbaut und von einem 50 m breiten Wassergraben umgeben. Die begehbare Palastmauer ist 3.5 km lang und 10 m hoch. Sie wird von Wachtürmen flankiert und gewährt durch 4 Tore Einlass. Als äußeres Zeichen der kaiserlichen Vormachtstellung wurden alle Dächer mit gelben Tonziegeln gedeckt und die Gebäude aufwändig verziert. In der “verbotenen Stadt” befinden sich sehr zahlreiche kleinere und große Paläste und Hallen, die insgesamt 9.999 Räume haben.

Das Palastareal wird von Besuchern durch das Tian`anmen – das „Tor des himmlischen Friedens“ – betreten, das am nördlichen Ende des gleichnamigen Zeremonienplatzes steht. Dahinter öffnet sich der Waichao mit der Zeremonienhalle Tai Hemen („Halle der höchsten Harmonie“), in der der berühmte Drachentrhon steht. Um diese bedeutende Halle herum stehen zahlreiche andere Pavillons sowie Unterkünfte für Soldaten, Bedienstete und Beamte des Kaisers.

Im inneren Bereich, geschützt von einer weiteren hohen Mauer, steht der eigentliche Kaiserpalast, in dem die kaiserliche Familie residierte. In diesem Areal befinden sich auch Häuser für die wichtigsten Würdenträger, Hofdamen und deren persönliche Garden. Ein kleiner, sehr schöner garten stand ausschließlich dem Kaiser zur Verfügung. Trotz der übersichtlichen und strengen Bauweise ist die „verbotene Stadt“ ein sehr opulentes Meisterwerk chinesischer Baukunst. Überall finden die Besucher faszinierende Details, wunderschöne Pflanzen und begegnen einer uralten chinesischen Geschichte. Mehrere Ausstellungen sind der Kunst, Archäologie und Kulturhistorie gewidmet. Die „verbotene Stadt“ wurde 1972 von der UNESCO in die Liste des Weltkulturerbes eingetragen.